Designstudenten zeichnen den neuen Campus in Sachsenhausen

 

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Um den Zustand des Paradieshofes vor dem Umbau zu dokumentieren, haben ihn Design-Studenten gezeichnet. Sie freuen sich, dass ihre Schule 2018 dort einziehen soll. Dabei steht das noch gar nicht fest.

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Sachsenhausen. Die Kälte ließ die Künstler kalt. Rund 30 Studenten der European School of Design (ESOD) standen gestern vor dem Paradieshof in Alt-Sachsenhausen bibbernd, aber eisern an ihren Staffeleien, gruppierten sich Schulter an Schulter um die aufgestellten Tische oder hockten auf dem kalten Steinboden. Bei starkem Wind umklammerten sie ihre flatternden Zeichenblöcke.

Das Alte vor Augen, das Neue in den Köpfen: Mit Block und Bleistift wollten sie den derzeitigen Zustand des Paradieshofes festhalten. Ende der 60er Jahre wurde das Gebäude von der Henninger-Brauerei als Gaststätte errichtet, bis 2008 diente der Bau als Diskothek, seitdem steht er leer. Verbarrikadierte Fenster und die schmuddelige Fassade deuten darauf hin. 2018 aber könnte das heruntergekommene Gebäude modernisiert werden. Es soll zu neuem Leben erblühen – dann wollen die Jungkünstler die sanierten Räumlichkeiten beziehen.

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Nicht in trockenen Tüchern

Um die Bausubstanz der 60er Jahre umzugestalten, will die ESOD 3,5 Millionen Euro investieren. „Noch stehen wir allerdings mitten in den Verhandlungen mit der Stadt,“ wiegelt Hochschulleiter Detlef Wildermuth ab. „In trockenen Tüchern ist noch nichts.“

Die Studenten aber waren gestern bereits Feuer und Flamme. „Wir bekommen einen Ausstellungsraum,“ freute sich Jessica Wincek, „in dem Werke langfristig stehen können.“ Auch ein Kreativraum sei angedacht. „Hier können wir uns austoben, nach Gutdünken Wände bemalen und Möbel designen“ – auch Alicia Stock kann den Umzug kaum erwarten.

Im aktuellen Gebäude in der Hamburger Allee haben all jene Pläne keinen Platz. „Dort spielt sich zudem alles in zwei separaten Gebäude ab,“ erklärt Zeichner-Dozent Iva Kuliš. „Das ist besonders für externe Gäste verwirrend.“

Von Fachvorträgen über Ausstellungen bis hin zu einem öffentlichen Café: Die künftige Designschule soll keine geschlossene Gesellschaft bilden, sondern im Kneipen-Nightlife-Viertel eine Art kultureller Anker werden. „Gleichzeitig inspiriert so ein Viertel natürlich künstlerisch“, sagt Maxine Gonzalez. „Wir gehen schon auch ganz gerne mal aus“, pflichtet ihr Stock bei.

Schuleigene Apartments

An die zehn Auszubildende sollen auf dem künftigen Gelände in schuleigenen Apartments untergebracht werden. Auch das eine Neuerung – für Stina Dieck aber uninteressant. „Ich pendle ohnehin jeden Morgen von Offenbach zur Schule“, erklärt sie. Allerdings soll es an der ESOD künftig doppelt so viele Studenten geben, verrät Wildermuth. Heute sind es 50. Bereits jetzt kommen 20 Prozent aus dem Ausland und noch weit mehr aus anderen Bundesländern – für sie könnte das Angebot interessant sein.

Noch sind alle Pläne reine Spekulationen. Doch auf dem Paradiesplatz nehmen die Skizzen der Studenten Kontur an. „Die Zeichnungen werden zur ersten Ausstellung im neuen Paradieshof“, ist Kuliš überzeugt.

QUELLE: http://www.fnp.de

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